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Quelle: www.wildkatze.info, Copyright Thomas Stephan. |
Noch bis zum 16. August ist die Wildkatzenausstellung „Zurück auf leisen Pfoten“ zu besichtigen. Der BUND schickt diese Ausstellung durch Baden-Württemberg um auf die „heimliche“ Waldbewohnerin aufmerksam zu machen und sich für einen effektiven Biotopverbund einzusetzen.
„Die Wildkatze braucht als Lebensraum große, miteinander verbundene Waldgebiete und steht als Symbol für andere Tiere im Wald. Mit der Ausstellung, die Teil unseres Projekts „Ein Rettungsnetz für die Wildkatze“ ist möchten wir auf die Gefährdung der Art und auf die aktuelle Situation im Umgang mit unserer Landschaft in Baden-Württemberg aufmerksam machen.“ sagte Berthold Frieß, Landesgeschäftsführer des BUND Baden-Württemberg, vor gut 50 Gästen aus Naturschutz, Forst, Verbänden und Gemeinden. Unterstützt wird das Projekt vom Ministerium für Ernährung und Ländlicher Raum in Baden-Württemberg. Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch MdL sagte zur Eröffnung: „Nur gemeinsam wird es uns gelingen, die Lebensräume für die Wildkatze und viele andere Arten zu erhalten und wieder zu vernetzen.“ Um dem gemeinsamen Anliegen eines Biotopverbunds für Wildkatze und Co Nachdruck zu verleihen, wurde der Staatssekretärin eine Plüsch-Wildkatze überreicht. Angesichts der guten Zusammenarbeit des Landes bei den laufenden Forschungsprojekten zur Wildkatze sowie bei der Erstellung des Generalwildwegeplans mit dem BUND bin ich sehr zuversichtlich, dass uns dies gelingen wird", erwiderte Gurr-Hirsch.
In Baden-Württemberg galt die Wildkatze seit 1912 als ausgestorben. Erst über zwei Totfunde in der Region Kaiserstuhl vor drei Jahren, die als Wildkatze identifiziert wurden, hat man die Art erstmals im Land wieder nachgewiesen. Seither lief eine systematische Suche nach der Wildkatze auch in anderen Regionen, die von der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Freiburg (FVA), der Wildforschungsstelle in Aulendorf (WFS) und dem BUND mit der Lockstock-Methode durchgeführt wurde. Bei dieser Methode werden die Katzen mittels Baldrian an eine angerauhte Holzlatte gelockt, woran sie sich reiben und ihre Haare hinterlassen. Über eine genetische Analyse lässt sich das Vorkommen der Wildkatze dann indirekt nachweisen. Mittlerweile wurde die Wildkatze in weiteren Regionen des Südlichen und Mittleren Oberrheins nachgewiesen.
„Ein genetischer Nachweis steht zwar noch aus, dennoch gibt es starke Hinweise, dass die Wildkatze auch in den Wäldern des Naturparks vorkommt. Unabhängig davon bildet der Stromberg-Heuchelberg einen wichtigen Trittstein in der großräumigen Vernetzung der baden-württembergischen Waldlebensräume“, erläuterte Dietmar Gretter, der Geschäftsführer des Naturparks Stromberg-Heuchelberg.
Ungewöhnliche Ausstellungsmodule in Tipiform informieren im Zusammenspiel mit mulitmedialen Elementen über die Lebensweise und die Gefährdung der Wildkatze in Baden-Württemberg. Ein Wildkatzenpräparat aus dem Staatlichen Museum für Naturkunde Stuttgart vermittelt einen realen Eindruck der scheuen Waldbewohnerin. Kinder können ihr Wissen zum Thema Wildkatze testen und die kuschelige BUND-Plüschwildkatze oder eine von zehn Familieneintrittskarten fürs Naturparkzentrum gewinnen. Begleitend zur Ausstellung bieten die Naturparkführer Angelika Hering und Michael Wennes an zwei Freitagen ein buntes Programm mit Spielen im Freien und einer kurzen Wanderung zu geeigneten Lebensräumen der Wildkatze rund um die Ehmetsklinge an.
Termine: Freitag, 31.07.09, und Freitag, 14.08.09, jeweils 10:00 Uhr, Kosten 6,- € pro Person inkl. Eintritt. Dauer ca. 4 Stunden. Anmeldung erforderlich unter 07046 / 7741 oder 07046 / 930080 (begrenzte Teilnehmerzahl).
Die Ausstellung wird bis zum 16.08. im Naturparkzentrum zu sehen sein.
Infos zur Wildkatze:
www.wildkatze.info
Informationen der Forstlichen Versuchsanstalt Baden-Württemberg (ca. 5 MB)