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Naturparke in Ba-Wü

Minister Bonde informiert sich über Naturparkarbeit



Bild (C) Bietigheimer Zeitung / Helmut Pangerl

Naturpark bietet intakten Lebensraum für Wildkatzen

Auf Einladung und Vermittlung des Landtagsabgeordneten Dr. Markus Rösler (Grüne) besuchte der Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Alexander Bonde, am Dienstag (20. September) den Naturpark Stromberg-Heuchelberg und ließ sich vor Ort in Sachsenheim-Ochsenbach (Landkreis Ludwigsburg) von Naturparkgeschäftsführer Dietmar Gretter über die Aktivitäten des Naturparks insbesondere im Wildkatzenschutz informieren.

„Der Nachweis der Wildkatze im Naturpark bestätigt einmal mehr, dass der Stromberg-Heuchelberg einer der baden-württembergischen Knotenpunkte in Sachen biologischer Vielfalt ist“, sagte Minister Bonde. Naturparkgeschäftsführer Gretter bezeichnete die Wildkatze als wichtige Leitart für den Naturschutz und stellte ein auf drei Säulen ruhendes Maßnahmenbündel zum Wildkatzenschutz vor, bestehend aus Bestandserfassung, Lebensraumverbesserung sowie Öffentlichkeitsarbeit bzw. Umweltbildung.

Die Erfüllung der Lebensraumansprüche der Wildkatze diene zugleich vielen weiteren Waldbewohnern wie Mittelspecht oder Baummarder. Als attraktive Säugetierart könne die Wildkatze zudem als Flaggschiff für Naturschutzakzeptanz und Umweltbildung dienen.

 „Naturschutz funktioniert nur, wenn wir die Menschen mitnehmen. Die Naturparke mit ihrer starken regionalen Vernetzung sind dabei besonders wichtig. Sie betreuen rund 30 Prozent der Landesfläche und sind wichtige Multiplikatoren“, betonte Bonde. Als gelungenes Beispiel für die Umweltbildung präsentierte Bonde einen neuen Posterflyer zur Wildkatze. In Aufmachung und Sprache an Kinder gerichtet, sei der Flyer auch für Erwachsene sehr informativ. Wilma die Wildkatze berichte darin über die Lebensweise, den Speiseplan, aber auch über Feinde und Gefährdungen ihrer Artgenossen.

Mit dem Erlebnispark Tripsdrill konnte auch ein touristischer Partner für das Projekt gewonnen werden. Ab dem Spätherbst sollen im Wildparadies Tripsdrill vier Wildkatzen ein Zuhause finden, wodurch für die Bevölkerung die Beobachtung der scheuen Waldbewohner möglich wird. Naturparkzentrum und Naturparkführer bieten im kommenden Jahr spezielle Unterrichtsangebote für Schulklassen der Sekundarstufen I und II zur Wildkatze an, basierend auf Umweltbildungsmaterialien, die vom BUND entwickelt wurden. 

Rösler, der säugetierkundliche Untersuchungen sogar in Griechenland und in Polen durchgeführt hat, freut sich ganz besonders über die Wildkatzennachweise in Sachsenheim und damit quasi vor seiner Haustüre. „Die grüne Landtagsfraktion wird in der laufenden Legislatur den Naturschutz stärken. Dazu gehört die für die Wildkatze wichtige Biotopvernetzung als „grüne Infrastruktur“. Und dazu gehört die Umsetzung des landesweiten “Generalwildwegeplanes“ samt Grünbrücken. Damit machen wir einen Teil der Zerschneidungseffekte rückgängig und ermöglichen die Verbreitung von Wildkatzen und zahlreichen anderen Tierarten.“

An die Zielgruppe der Waldbesitzer, Förster, Jäger und Naturschützer richtet sich eine für den 16. November 2011 geplante Infoveranstaltung im Naturparkzentrum, in der der Naturpark gemeinsam mit der Forstlichen Versuchsanstalt (FVA) den aktuellen Stand der Wildkatzenforschung vorstellen wird. Hier soll auch über die weiteren Maßnahmen zum Schutz der Wildkatze diskutiert werden. 

„Alle Beteiligten müssen sich in die Schutzbemühungen für die Wildkatze einbringen. Dass im Stromberg-Heuchelberg Wildkatzen nachgewiesen werden konnten, liegt ganz maßgeblich an der naturnahen Bewirtschaftung der Wälder durch die Forstleute und Waldbesitzer und auf einer verantwortungsbewussten Ausübung der Jagd“, unterstrich der Minister. Um die Population der Wildkatze im Stromberg zu stabilisieren, sei eine Vernetzung mit den weiteren baden-württembergischen Vorkommen im Schwarzwald und in der Rheinebene erforderlich. Der Generalwildwegeplan des Landes sei hierfür die erforderliche Basis. Zur Umsetzung werde jedoch die Mitwirkung von Land- und Forstwirtschaft sowie Naturschützern benötigt. 

Minister Bonde lobte abschließend die Arbeit der sieben Naturparke im Land: „Die Naturparke als Großschutzgebiete verbinden geradezu idealtypisch vier wichtige Themenfelder des Ministeriums: Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Naturschutz und Tourismus.“ Wesentliche Elemente seien dabei neben den Naturparkzentren die Naturparkführer, Naturparkmärkte, Naturerlebnistage, Brunch auf dem Bauernhof, Erholungseinrichtungen wie Mountainbikenetze oder Artenschutzaktivitäten wie der Wildkatzenschutz.