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Das Bundesumweltministerium (BMU) und das Bundesamt für Naturschutz (BfN) hatten am Pfingstsamstag, dem bundesweiten Wandertag für die biologische Vielfalt, zu Wanderaktionen aufgerufen. Rund 30 Wanderfreunde und Naturliebhaber waren der Einladung des Naturparks Stromberg-Heuchelberg und des Naturschutzvereins Zaberfeld gefolgt und nahmen an der Wanderung zum Naturschutzgebiet Spitzenberg teil. Flora und Fauna des Naturparks zeigten sich samt dem Wetter von ihrer allerschönsten Seite.
Unter der fachkundigen Führung von Naturparkgeschäftsführer Dietmar Gretter sowie Kai Rixecker und Volker Dühring vom Naturschutzverein konnten sich die Teilnehmer ein Bild von der reichen Natur am Zaberfelder Hausberg machen. Pechnelken und Sandmohn, Schwertlilie und Osterluzei in voller Blüte, Vertreter der Tierwelt wie Schwarzer Milan, Mauereidechse, blauschwarze Ölkäfer und sogar eine Schlingnatter ließen sich blicken. Vor Beginn der Wanderung eröffneten Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch und Naturparkvorsitzender Andreas Felchle die Ausstellung „Lebendiger Weinberg“ im Naturparkzentrum und pflanzten zwei Schwertlilien am Trockenmäuerchen beim Naturparkzentrum. Staatssekretärin Gurr-Hirsch wies auf die aktuellen Aktivitäten des Landes zur Erhaltung der biologischen Vielfalt wie etwa den 111-Arten-Korb hin und zeigte sich angetan von der liebevollen Gestaltung der Ausstellung im Naturparkzentrum, die mit Duftorgel, Hörspiel, einem Pflanzenbeet, Infotafeln und Begleitbroschüren das Thema biologische Vielfalt in Weinberglandschaften in die Öffentlichkeit transportieren will. Für Andreas Felchle stellt die ökologische Bereicherung der Weinberglandschaften zugleich auch einen Beitrag zum Weinmarketing dar. Wie bei den Toskana-Weinen müsse und könne es im Naturpark gelingen, durch die Besonderheiten den Landschaften einen emotionalen Mehrwert zu erzielen und sich dadurch von der Konkurrenz an den Discounter-Theken abzugrenzen.
Das Naturparkmotto „Wein. Wald. Wohlfühlen.“ verdeutlicht die landschaftliche und landeskulturelle Bedeutung des Weinbaus in der Naturoase zwischen Stuttgart und Heilbronn. Doch die einstige Vielfalt an Tieren und Pflanzen und damit auch ein unersetzliches Natur- und Kulturerbe der Weinberge ist vielerorts im Land selten geworden. Gemeinsam mit der Umweltakademie Baden-Württemberg und weiteren Partnern hat die staatliche Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau in Weinsberg nun die Aktion "Lebendiger Weinberg" entwickelt. Ziel der Aktion ist es, wieder mehr biologische Vielfalt in den Weinbergen zu ermöglichen und damit neue Lebensräume für selten gewordene Tiere und Pflanzen zu schaffen. Die dazugehörige Begleitausstellung wird vom 22. Mai bis zum 06. Juni im Naturparkzentrum präsentiert. Im Weinberg gibt es viele Möglichkeiten, Bereiche als Lebensräume zu optimieren, ohne die Produktion zu beeinträchtigen. In Frage kommen etwa die Randzonen der Weinberge, Spitzzeilen, Wegränder, Böschungen, Bereiche entlang der Staffeln und Wasserstaffeln, an Weinberghäuschen, Ruhebänken, Hinweisschildern und Wegweisern, sowie an, auf und vor Mauern. Der Naturpark unterstützt die Aktion Lebendiger Weinberg durch Öffentlichkeitsarbeit wie die Ausstellung im Naturparkzentrum, aber auch durch finanzielle Förderung entsprechender Pflege- und Pflanzaktionen, beispielhaft zu nennen die Arbeit des Naturschutzvereins Zaberfeld oder der Diefenbacher Wengerter vom König. „Die positiven Beispiele sollten durchaus zur Nachahmung anregen“, so Naturparkvorsitzender Andreas Felchle. Für das kommende Jahr will der Naturpark das Thema Pflegemaßnahmen im Lebensraum Weinberg zu einem Schwerpunkt bei der Landschaftspflegeförderung des Naturparks machen, etwa das Freilegen von Felsbändern, die Pflege von Trockenmauernoder Pflanzaktionen. Symboltier der Aktion ist die Mauereidechse, eine deutschlandweit seltene Art, die im Stromberg-Heuchelberg einen idealen Lebensraum vorfindet und noch vergleichsweise häufig vorkommt.